Meinungsäußerung als Kunst

Aber auch im seriösen Journalismus ist es durchaus möglich, in Form einer Glosse einen pointierten, polemischen oder satirischen Meinungsbeitrag samt Meinungsäußerung zu verfassen und trotzdem journalistische Sorgfalt walten zu lassen. Eine Glosse ist eher kurz verfasst und unterscheidet sich vom Kommentar durch den eher künstlerischen und oft satirischen Sprachstil. Ironisch und übertrieben werden Themen aus Lokalpolitik aber auch globale Probleme aufs Korn genommen und mit einer entsprechenden Meinungsäußerung versehen. Ein Presse Arbeitsplatz in diesem Bereich ist eher selten auf dem „normalen“ Wege einer Stellenausschreibung zu bekommen. Aufgrund der hohen Kunstfertigkeit einer Glosse sind die Verfasser oft Schriftsteller oder Journalisten mit literarischem Backround.

Meinungsäußerung in Feuilletonteilen

Auch der Verfasser von Artikeln in den Feuilletonteilen der Zeitungen benötigen in der Regel ein hohes literarisches Fachwissen oder Kunstverständnis und auch sie bringen immer wieder eine Meinungsäußerung mit ein. Das Verfassen einer Kritik zu einem neuen Buch, einem aktuellen Film oder einer Bühnenpremiere erfordert zudem viel analytisches Verständnis. Eine ausführliche Buchrezension verbindet beispielsweise Information (den Buchinhalt) mit der professionellen Meinung (der Buchkritik) des Verfassers. Die Kritik sollte in jedem Falle einen konkreten Nutzwert für den Leser oder Zuschauer haben.

Meinungsäußerung und journalistische Neutralität

Demnach ist auch hier wieder journalistische Neutralität trotz Meinungsäußerung, über das Thema Auto Finanzierung, oberste Pflicht. So ist es bestimmt nicht einfach, eine Leseempfehlung, beispielsweise über free games oder ein anderes Thema, für einen Oberstudienrat und gleichermaßen für eine einfache Verkäuferin auszusprechen. Hält sich der Kritiker aber strickt an die Wertungsfreiheit und Neutralität, wird es ihm leichter fallen, Qualität und Unterhaltungswert richtig einzuordnen. Natürlich halten sich die wenigsten Kritiker immer unbedingt an diese strickten Grundsätze. Gerade in der Kunst lässt sich meist vortrefflich über die vielen Geschmäcker streiten. Und was wäre das deutsche Feuilleton schon ohne die legendären literarischen Verrisse eines Marcel Reich-Ranicki? Ein guter Feuilletonist weiß die Gratwanderung zwischen Verriss und sachlicher Auseinandersetzung mit viel Erfahrung und Geschick zu meistern.