Interview, Porträts und Features
Möchte man eine Reportage analytischer und interpretativer gestalten, benutzt man häufig die Form des Features. Auch hier wird nicht kommentiert, aber abstrakte Sachverhalte können durch konkrete Beispiele oder Storys realitätsnah erklärt werden. Der Journalist muss somit bei einem Feature nicht den strengen Regeln der Nachricht folgen, er „übersetzt“ vielmehr ein großes Thema anhand eines tatsächlichen Ereignisses, meist mit emotionaler Note. Wir kennen alle die Features über die Armut in Flüchtlingscamps oder der vielen afrikanischen Hungergebiete, bei denen Einzelschicksale auf die große Not der ganzen Region schließen lassen. Ähnlich wie das Feature versucht ein Hintergrundbericht durch die Darstellung des Kontextes, mehr Klarheit in eine Nachricht zu bringen. Hier ist viel Recherche und Analysearbeit notwendig, auch wenn der Journalist auch hier die Grundsätze der Neutralität strickt zu befolgen hat. So hält er sich an Daten, Statistiken, Geschehnisse oder Zitate der beteiligten Personen oder Fachleute, um den Hintergrundbericht so informativ wie möglich aber auch wertungsfrei zu gestalten. Je mehr Quellen verwendet werden, desto verständlicher wird die Grundproblematik oder das ursprüngliche Ereignis, welches beleuchtet werden soll.
Interview in Berichterstattungen
Zu den häufigsten Formen der Berichterstattung eines Reporters zählt das Interview, beispielsweise zum Thema Baby Ernährung. Im Frage und Antwort Wechsel wird eine Thematik personen-, sach- oder meinungsbezogen besprochen. Gerade diese Form des Dialogs ist in den Printmedien und Fernsehbeiträgen sehr beliebt und wird oft ergänzend in Reportagen und Hintergrundberichten verwendet. Bei Berichterstattungen kann so beispielsweise ein Ereignis mittels eines sachbezogenen Interviews mit einem Fachmann informativ bereichert werden. Der Presse Arbeitsplatz eines Interviewers erfordert aber auch viel emphatisches Einfühlungsvermögen, gerade bei personenbezogenen Interviews. Denken wir nur an die legendären Wutausbrüche eines Klaus Kinski oder das konsequente Schweigen eines Helmut Berger. Bei einem solchen Interview ist Intuition und manchmal auch ein bisschen Verhandlungsgeschick gefragt, um auch aus schwierigen Gesprächssituationen ein informatives und interessantes Interview herauszuholen. Noch heikler sind oft meinungsorientierte Interviews. Bei einer Stellungnahme eines Politikers zu Korruptionsvorwürfen kann es manchmal auch richtig ruppig zugehen. Auch das allseits gefürchtete „Kein Kommentar!“ kann ein guter Interviewer mit geschickten Nachfragen noch in eine brauchbare Interviewsituation umkehren. Natürlich mischen sich bei längeren Interviews oft meinungsorientierte, sachbezogene und personenbezogene Themen. Im Laufe einer Talkshow beispielsweise werden dem Interviewten Fragen zu seiner Person, zu Sachverhalten wie auch zu seiner persönlichen Meinung gestellt. Das Geschick des Interviewers trägt hierbei maßgeblich zu Qualität des Interviews bei und kann, wenn gut und spannend befragt wird, den Zuschauer oder Leser regelrecht fesseln. Ein Larry King ist beispielsweise in der Lage, selbst aus einem knochentrockenen Wissenschaftler noch die spannendsten Geschichten heraus zu kitzeln. Und die distanzlose, freche Art eines Michel Friedmann hat schon so manchen graumelierten Politiker ordentlich ins Schwitzen gebracht.
Interview mit darstellerischer Tiefe
Noch mehr in die darstellerische Tiefe geht ein Portrait. Diese Mischform aus Interview, Reportage und Feature ist oft frei wiedergegeben und kann eine Person, aber auch ein Unternehmen oder gar ein ganzes Land porträtieren. In Zeitschriften, Sendungen oder Internetbeiträgen wird der informative Charakter der Reportage oder des Berichtes mit den persönlichen Sichtweisen eines Interviews kombiniert und bisweilen mit kritischen oder polemischen Kommentaren „gewürzt“. Die Form eines Kurzportrait erfordert wiederum vom Schreibenden die Kunst, möglichst alle wichtigen Informationen über eine Person, eine Firma oder Ähnliches in wenigen Sätzen darzustellen. Dem Leser oder Zuschauer soll aber trotz allem ein möglichst umfassender Blick auf den Sachverhalt vermittelt werden. Ein Arbeitsplatz in der Presse erfordert sehr oft das Geschick, schnell in wenigen Worten die wichtigsten Informationen in einem Kurzporträt zusammenzufassen.